Herbsttreffen der WiGeP 2017 in Berlin

 

Zur diesjährigen internen Herbsttagung luden die Mitglieder von der TU Berlin

Die Gastgeber des traditionell eher nach innen gerichteten Treffens der WiGeP waren Prof. Göhlich, Prof. Liebich und Prof. Stark. Ein herzliches Dankeschön an das Organisationsteam! Außerdem zu danken ist Continental, dem Sponsor der diesjährigen Herbsttagung.

Aktive Mitglieder, emeritierte Mitglieder und Begleitpersonen genossen gleichermaßen den äußerst angenehmen Aufenthalt in Berlin, der den freundschaftlich-kollegialen Charakter der WiGeP förderte.

Begrüßung durch den Präsidenten der TU Berlin

Die Mitglieder der WiGeP widmeten sich in ihrer ganztägigen Mitgliederversammlung aktuellen Fragestellungen entsprechend des Vereinsziels, d.h. der Förderung von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Produktentwicklung sowie der Förderung der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft auf diesem Gebiet. Hierzu wurden Sie von Prof. Christian Thomsen, dem Präsidenten der TU Berlin begrüßt. Prof. Thomsen ging in einer Ansprache auf hochschulpolitische Aspekte ein, z.B. zur Fördersituation, Internationalität der Studentenschaft und Lehrkörper, der zentralen Forschungsfelder oder der strategischen Ausrichtung der TU Berlin bzgl. Forschung und Lehre und deren Zusammenwirken. Im sogenannten Einstein Center wird an der TU Berlin die interdisziplinäre Forschung zur digitalen Zukunft gebündelt, innerhalb derer 30 neue IT-nahe Professuren zu Forschungsprogrammen zu Digital Humanities and Society, Digital Health und Digital Industry and Services geschaffen werden.

Die Vizepräsidentin der TU Berlin richtet Grußworte an die WiGeP 

Professorin Christine Ahrend, Vizepräsidentin der TU Berlin richtete zur Verleihung der Ehrenmedaille der WiGeP und des Pahl-Beitz-Preises Grußworte an die Mitglieder und die Preisträger.  Prof. Ahrend lobte die WiGeP in Ihrem Anliegen, die Kommunikation zwischen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft auf dem Gebiet der Produktentwicklung zu fördern. 

Ehrenmedaille der WiGeP für Prof. Herbert Birkhofer

Die WiGeP verleiht Prof. Herbert Birkhofer die Ehrenmedaille der WiGeP für seine außerordentlichen Verdienste um die Produktentwicklung und die Lehre der Produktentwicklung. So definierte Prof. Birkhofer das „Heiligenberger Manifest“ von 1997 maßgeblich mit. Es gilt als Richtlinie für die Zukunft der Maschinenelemente-Lehre. Der aktuelle „Leitfaden Lehre“ der WiGeP stützt sich darauf.

Prof. Birkhofer war langjähriges Mitglied in beiden Vorgängervereinen der WiGeP, dem Berliner Kreis und der WGMK. Dort engagierte er sich wegbereitend für deren Verschmelzung zur WiGeP. Des Weiteren brachte Prof. Birkhofer die Kooperation mit der Design Society auf den Weg und bewirkte hierdurch internationale Sichtbarkeit. Seine Fachliteratur findet weltweit hohe Anerkennung. Prof. Birkhofer initiierte Workshops zur effektiveren Antragstellung bei der DFG sowie zur Gutachtenerstellung von DFG-Anträgen.

Die Preisverleihung fand in festlichem Ambiente im Lichthof der TU Berlin statt. Prof. Birkhofer hob bei der Entgegennahme des Preises den freundschaftlich-kollegialen Charakter der WiGeP-Mitglieder hervor. Außerdem unterstrich der den hohen Wert des Freundeskreises, der auch die Begleitpersonen miteinschließt.

Pahl-Beitz-Preis der WiGeP für Dr.-Ing. Nikola Bursać

Die WiGeP vergibt in zweijährigem Rhythmus den Pahl-Beitz-Preis für Promotionen mit herausragender ingenieurtechnischer Relevanz und hohem Innovationsgehalt. Während alle eingereichten Kandidaten dieses Kriterium erfüllten, war sich das Preiskomitee doch darin einig, dass die Dissertation von Dr. Nikola Bursać besonders hervorsticht. Sie trägt den Titel „Model Based Systems Engineering zur Unterstützung der Baukastenentwicklung im Kontext der Frühen Phase der Produktgenerationsentwicklung“. Dr. Bursać gelingt der Spagat zwischen tiefem theoretischem Verständnis und einer anschaulichen Nutzung für die Praxis, was seine hohe wissenschaftliche Sichtbarkeit mitbegründet. Die große Breite seines Ansatzes der empirischen Untersuchung in mehreren Unternehmen, der Prozess-Forschung im Konzept der begleitenden Beobachtung bei einem Automobilunternehmen sowie der strukturierten Aufbereitung der Erkenntnisse auf Basis der Konzepte der Systemtheorie zeigen das hohe Potenzial von Herrn Dr.-Ing. Bursać als Forscher auf dem Gebiet der Produktentwicklung.

Die Mitgliederversammlung – Vorstandswahlen, QLW u.v.m.

Die Mitglieder der WiGeP wählten gemäß der Satzung und der Geschäftsordnung Mitglieder des Vorstands mit Wirkung ab 2018. Prof. Stahl von der TU München wird die Rolle des Sprechers des Vorstands übernehmen und Sprecher der Fachgruppe Maschinenelemente und Systeme bleiben. Neuer Sprecher der Fachgruppe Methoden und Prozesse der Produktentwicklung wird Prof. Krause von der TU Hamburg. Die Querschnittsgruppe Lehre und Weiterbildung wird ab 2018 von Prof. Matthiesen vom KIT angeführt.

Die Querschnittsgruppe Lehre und Weiterbildung (QLW) definierte in ihrem jährlich stattfindenden Arbeitskreistreffen dieses Jahr als Zukunftsthemen z.B. die Interdisziplinarität der Lehre. Wie kann das Spagat zwischen der Lehre zu grundlegendem Fachwissens, etwa zu Maschinenelementen mit dem Vermitteln von Querschnittsfähigkeiten wie dem vernetzten Denken in System über Fachgrenzen hinweg in der universitären Ausbildung gelingen? Thema des kommenden Treffens wird auch sein, was das Positionspapier „Smart Engineering“ (siehe wigep.de, Downloadbereich) für die Lehre der Produktentwicklung bedeutet und welche Inhalte und Lehrformen den damit verwandten Lernzielen am besten entsprechen. Ergebnisse über die Neufassung des Leitfadens Lehre der WiGeP werden über Downloadbereich geteilt.

Weitere Themen der Mitgliederversammlung waren die Berufungsverfahren in den Ingenieurwissenschaften, das Zitationsverhalten der WiGeP-Mitglieder im Vergleich zu anderen Fachdisziplinen, Anträge bei der DFG und auch die WiGeP-nahe Zeitschrift Konstruktion, deren Artikel fortan Scopus-gelistet werden. Außerdem wurde aus der WiGeP nahestehenden Gesellschaften berichtet, wie z.B. der acatech, der Design Society oder der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik, mit der die enge Partnerschaft ausgebaut werden soll. 

Programm der Begleitpersonen

Während die Mitglieder tagten, erwartete die über 20 Begleitpersonen ein spannendes Programm in Berlin. Unter anderem besuchten sie die königliche Porzellanmanufaktur und bekamen eine Führung durch den Reichstag, suchten aber auch die Holocaust Gedenkstätte am Brandenburger Tor auf. Zu den Abendveranstaltungen kamen alle Teilnehmer wieder zusammen.