WiGeP-Herbsttagung 2019 in Bremen

Zur diesjährigen Herbsttagung lud Herr Prof. Thoben der Universität Bremen

Die Mitglieder der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktentwicklung e.V. (WiGeP) folgten diesen September der Einladung des Gastgebers Herrn Prof. Thoben der Universität Bremen. Die traditionell eher nach innen gerichtete Herbsttagung der WiGeP fand vom 25.09.2019 bis 27.09.2019 statt. Neben den aktiven und emeritierten Mitgliedern nahmen auch deren Begleitpersonen teil, welchen ein attraktives Begleitprogramm in Bremen geboten wurde. Der angenehme Aufenthalt fördert den freundschaftlichen Charakter der WiGeP. Einen herzlichen Dank an das Organisationsteam!

Begrüßung

Die Mitgliederversammlung fand in der Handwerkskammer Bremen statt. Hierzu begrüßte Frau Roßmüller, Mitglied des Vorstandes der Handwerkskammer Bre-men, die teilnehmenden Mitglieder. Die Handwerkskammer in Bremen ist eine der kleinsten in Deutschland, dennoch sind ca. 5000 Betriebe in Bremen tätig. Auch für das Handwerk sei Technologie- und Produktentwicklung von großer Bedeutung.

Mitgliederversammlung

Die 17. ordentliche Versammlung der WiGeP widmete sich in Bremen Themenstellungen entsprechend des Vereinsziels: der Förderung von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Produktentwicklung sowie der Förderung der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft. Während der ganztägigen Versammlung standen dazu Abstimmungen zu Schwerpunktprogrammen der DFG sowie die Durchführung von Workshops zu den WiGeP-Arbeitsgruppen Zitationskultur, Berufungspraxis, Forschungsdateninfrastruktur und Digital Twin im Vordergrund. Darüber hinaus fand die Wahl des Vorstandsvorsitzenden sowie des Geschäftsführers statt. Es wurden erneut Herr Prof. Stahl als Vorstandsvorsitzender und Herr Prof. Bertsche als Geschäftsführer einstimmig gewählt.

Arbeitsgruppen

Auch in diesem Jahr wurden Workshops zu den Arbeitsgruppen durchgeführt. Neben den Arbeitsgruppen „Zitationskultur” und „Berufungspraxis” wurde dieses Jahr auch zu den neu eingerichteten Arbeitsgruppen „Forschungsdateninfrastruktur NFDI4Ing” sowie „Digital Twin” Workshops durchgeführt.
In der Arbeitsgruppe Zitationskultur wurde dabei maßgeblich der richtige Umgang mit den üblichen Zitationsmetriken quantitativer Form diskutiert. Dabei ist eine klare Linie und gemeinsamer Konsens innerhalb der Gesellschaft wichtig.
Bei Berufungsverfahren ist die qualitative Bewertung von besonders großer Bedeu-tung. Die Auswahl des Besten in einem Berufungsverfahren darf sich nicht maß-geblich auf rein quantitative Merkmale stützen. Die Berufungskommission ist verfassungsrechtlich geschützt. Nur sie darf eine qualitative Entscheidung treffen.
In der Arbeitsgruppe Digital Twin fanden weitere Abstimmungen unter den Mitgliedern bezüglich einer gemeinsamen Position zu Verständnis, Orientierung und neuen Funktionen des digitalen Zwillings statt.
Die installierte Arbeitsgruppe Forschungsdateninfrastruktur beschäftigte sich mit den Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken, welche mit einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur NFDI4Ing einhergehen.

Gastbeiträge

Auch zur diesjährigen Herbsttagung in Bremen hat Herr Dr. Biedermann wieder freundlicherweise zu aktuellen Themen aus der DFG berichtet. Dabei wurde die dieses Jahr frisch gewählten Exzellenzuniversitäten sowie die Fachkollegienwahl thematisiert. Ab Anfang 2020 sei es wichtig in den Anträgen die Relevanz von Geschlecht und Vielfältigkeit herauszustellen.
Neben Herrn Dr. Biedermann war Herr Lehnert mit seinem Beitrag zu Aktuellem aus dem Springer Verlag zu Herbsttagung anwesend. Insbesondere ging er dabei auf Zitationsmetriken, sowie Open-Access-Möglichkeiten ein.

Besichtigung BIBA und OHB

Herr Prof. Thoben bot während der Besichtigung des BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik – zu welchem er zusammen mit Herrn Prof. Freitag die wissenschaftliche Leitung und die Geschäftsführung innehat, einen sehr interessanten Einblick in die vielfältigen Forschungsbereiche des Instituts. Zudem bot die Besichtigung der OHB SE in Bremen lehrreiche Einblicke in die Tätigkeiten in der Raum- und Luftfahrt des Unternehmens. So ist die OHB beispielsweise für die Entwicklung und Fertigung der Satelliten für die europäische Version des globalen Navigationssatellitensystems Galileo verantwortlich.

 

 

 

WiGeP-Herbsttreffen 2018 in Dresden 

Zur diesjährigen Herbsttagung luden die WiGeP-Mitglieder der Technischen Universität Dresden

Gastgeber der traditionell eher nach innen gerichteten Herbsttagung der WiGeP vom 26.09.2018 bis 28.09.2018 waren Prof. Schlecht und Prof. Stelzer der TU Dresden. Der angenehme Aufenthalt der aktiven und emeritierten Mitglieder sowie der Begleitpersonen in Dresden förderte den freundschaftlichen Charakter der WiGeP. Ein herzliches Dankeschön an das Organisationsteam!

Begrüßung durch den Rektor der TU Dresden

Der Rektor der TU Dresden Prof. Müller-Steinhagen begrüßte die Mitglieder der WiGeP zur Mitgliederversammlung. Er betonte die wichtige Zusammenarbeit von Universitäten und Industrie, welche die WiGeP mit Ihren Experten als Mitglieder maßgebend fördere und damit einen wichtigen Beitrag zur Schlüsselindustrie, der Produktentwicklung im Maschinenbau, für Deutschland leiste. Auch die TU Dresden sei mit der höchsten Dichte an außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland großer Treiber dieser Zusammenarbeit. Aufbauend auf einer fast 200 jährigen Geschichte sei die TU Dresden zudem bestens gerüstet, den Forschungsstandort Dresden auch in Zukunft weiter auszubauen.

Mitgliederversammlung

Die Mitglieder der WiGeP widmeten sich in der ganztätigen Mitgliederversammlung aktuellen Fragestellungen entsprechend des Vereinsziels, also der Förderung von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Produktentwicklung sowie der Förderung der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft. Zentrale Themen stellten dabei Schwerpunktprogramme der DFG sowie die Vernetzung mit weiteren Gesellschaften dar. Vier neue Ideen an Schwerpunktprogrammen zur gemeinsamen Bearbeitung der Mitglieder wurden weiter abgestimmt und koordiniert sowie eine entsprechende Roadmap entworfen. Neben der Vernetzung der Mitglieder mit anderen Gesellschaften, kann auch eine Vernetzung zwischen Industrie und Assistenten sowie Mitgliedern über die eingerichtete WiGeP-Gruppe auf Xing.com erfolgen. Die Querschnittsgruppe Lehre und Weiterbildung konnte in ihrem Treffen vom Februar 2018 die Aktualisierung des Leitfadens Lehre abschließen, welcher nach erneuter Abstimmung auf der Mitgliederversammlung den zentralen Leitfaden für die Lehre auf dem Gebiet der Produktentwicklung der WiGeP darstellt. Dieser ist auch hier auf der Homepage im Downloadbereich einsehbar.

Arbeitsgruppen

Als neues Element in diesem Jahr wurden während der Mitgliederversammlung die im Frühjahr dieses Jahres definierten Arbeitsgruppen in ersten Workshops umgesetzt. Die Arbeitsgruppen bilden dabei, zusammen mit den Fachgruppen Maschinenelemente und –systeme, Methoden und Prozesse in der Produktentwicklung sowie Virtuelle Produktentwicklung und der Querschnittsgruppe Lehre und Weiterbildung, eine neue Struktur der WiGeP. Sie dienen dazu, aktuelle Fragestellungen der Themen Berufungspraxis, Promotion, Zitationskultur, DFG-Gutachten sowie Antragsstellung zu behandeln. Erste Ergebnisse der Arbeitsgruppen bilden eine gute Basis zur weiteren  gemeinschaftlichen Adressierung der Themen. Dabei wurde klar, dass für eine gute Berufungspraxis in den Ingenieurwissenschaften ein klarer Grundsatz für den Umgang mit Zitationsindices gefunden werden muss. Ebenso bedarf es einer gesunden Zitationskultur um den aktuell populären, rein quantitativen Indices zu begegnen, sodass der Aspekt der Qualität einer Veröffentlichung dennoch Berücksichtigung finden kann. Des Weiteren wurden in der Arbeitsgruppe Promotion die verschiedenen Arten einer Ingenieurpromotion diskutiert. Hierbei ist eine gemeinsame Definition von Randbedingungen und Zielen einer Ingenieurpromotion hilfreich. 

Gastbeiträge

Wie auch bereits in vergangenen Jahren berichtete Herr Dr. Biedermann der DFG zu Aktuellem aus dem Fördergeschehen bei der DFG. Hierbei wurde die Exzellenzstrategie mit 57 geförderten Clustern an 34 Universitäten vorgestellt, wovon 17 Universitäten und 2 Verbünde für einen Exzellenzuniversitätswettbewerb antragsberechtigt sind. Des Weiteren berichtete Herr Dr. Biedermann zu Änderungen der Antragsformate von Forschungsgruppen, Sonderforschungsbereichen und wissenschaftlichen Netzwerken. Ein Bericht zu Förderquoten und Begutachtungsdauern rundeten den Vortrag ab. Als weiterer Gast steuerte Herr Lehnert des Springer Verlages einen Beitrag zu aktuellen Änderungen bei Springer Nature bei. Er betonte dabei die zunehmend wachsenden Zugriffzahlen der Online-Ausgaben der Publikationen. Die Sprache der Publikationen sei dabei keine Hürde, denn auch rein deutschsprachige Werke erfahren international große Zugriffszahlen. Zudem sei Springer bestens gerüstet für die Publikation von Open Access Journals.

Engere Zusammenarbeit zwischen WiGeP und WGP

Der Präsident der WGP, Herr Prof. Denkena, stellte als Gast auf der diesjährigen Herbsttagung aktuelle Themen und Fragestellungen der WGP vor. Hierbei zeigten sich deutliche Gemeinsamkeiten der beiden Gesellschaften. Nicht nur die aktuelle Situation der Berufungspraxis und Promotion, sondern auch eine Zitationskultur in Verbindung mit gängigen Zitationsindices zeigten mögliche Synergien für eine engere Zusammenarbeit auf. Die bereits existierende Kooperationsvereinbarung bietet dabei eine mögliche Basis. Weiter wurden mögliche gemeinsame Forschungsarbeiten diskutiert, welche unter anderem die Energieeffizienz der Produkte und deren Produktion thematisieren. In Verbindung mit aktuellen Themen der Digitalisierung bieten sich dabei neue Möglichkeiten, die Gestaltung und Fertigung von Produkten optimal aufeinander abzustimmen.

Vorstandswechsel

Zum 01.01.2018 haben die neuen Vorstände die Leitung der Fachgruppen QLW, MPE und VPE übernommen. Ohne das Wirken und dem besonderen Engagement der Vorgänger Herr Prof. Abramovici, Herr Prof. Albers und Herr Prof. Binz wäre die Entwicklung der WiGeP zu einer so wirkungsstarken und erfolgreichen  Gesellschaft mit freundschaftlichem Charakter nicht möglich gewesen. Bereits die Zusammenführung der WGMK und des Berliner Kreises im Jahre 2011 begleitend, stellten sie die Weichen für eine gute Zusammenarbeit der Gemeinschaft, sodass eine Förderung von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Produktentwicklung sowie die Kommunikation zwischen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft ermöglicht wird. Hierzu dankten Ihnen die aktuellen Vorstände und die gesamte WiGeP während der Abendveranstaltung der Tagung in Dresden.