WiGeP-Frühjahrstagung 2020

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die WiGeP Frühjahrstagung nicht stattfinden.

 

 

 

WiGeP-Industriedialog 2019 in Hamburg

Das Frühjahrestreffen der Mitglieder vom 28. bis 29. März 2019 zum Thema „Digitale Transformation in der Produktentwicklung“

In diesem Jahr fand der WiGeP-Industriedialog bei der Firma Olympus Surgical Technologies Europe in Hamburg statt. Neben dem Gastgeber Olympus trug die Firma Contact Software durch Ihr Sponsoring und spannenden Vorträge zum Gelingen der Tagung maßgebend bei. Nicht nur Teilnehmer aus dem universitären Umfeld, sondern auch Teilnehmer aus der Industrie folgten der Einladung von Olympus und Contact Software. Mit Workshops und Keynote-Vorträgen zu hochaktuellen Themen sowie einem einzigartigen Einblick in die Produktpalette und Produktion der minimalinvasiven chirurgischen Instrumente inklusive Hands-On belebte die Tagung de freundschaftlichen, kooperativen Charakter der WiGeP.

Keynotes

Herr Dr. Kraas, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Olympus Surgical Technologies hielt seinen Keynote-Vortrag zum Thema „Innovationsprozesse in der Medizintechnik. Gehobene Standards der Produktentwicklung“. Olympus befindet sich mit seinen Produkten der Medizintechnik, wissenschaftlichen Lösungen und Konsumgütern in einem weiten Spannungsfeld der klassischen Disziplinen des Maschinenbaus, der Elektrotechnik, der Optik und der Produktentwicklung. Hierbei bewege man sich jedoch immer „an der Grenze des Machbaren“, da die Herausforderungen, speziell in der Medizintechnik und dessen engen Spezifikationsfeldern und kleinen Dimensionen ganz besondere Lösungen fordern. Das stetige Wachstum von Olympus zeugt jedoch sowohl von der zunehmenden Bedeutung der Medizintechnik im 21. Jahrhundert als auch vom Erfolg des Unternehmens selbst. Die wesentlichen Treiber des 21. Jahrhunderts seien dabei das 5G-Netzwerk, Autonome Mobilität, Remote Services und E-Health. Robotik spielt dabei in der Medizintechnik bisher jedoch hauptsächlich aufgrund des Marktdrucks und weniger wegen des medizinischen Nutzens eine Rolle. Stetiger Begleiter neuer Produkte und Inventionen bilden strenge Regularien, welche großen Aufwand in deren Verifikation und Dokumentation nach sich ziehen. All diesen Herausforderungen begegnet Olympus mit aktuellsten Methoden der Produktentwicklung und PLM. Zudem kooperiert Olympus mit vielen Universitäts- und Fraunhofer Instituten. Aktuelles Forschungsthema stellt beispielsweise die Frage dar, ob aus den Daten der Geräte ein Digitaler Zwilling erstellt werden kann. Mit dem Titel „Digitales Daten- und Prozessmanagement in der Produktentwicklung“ hielt Herr Dick, Section Manager PLM bei Olympus Surgical Technologies, einen weiteren Keynote-Vortrag. Die besondere Herausforderung liege im PLM darin, dass die Entwicklungen der aktuellen PLM-Systeme entsprechend den neuen Technologien der Digitalisierung zu langsam seien. Darüber hinaus ist der Umgang mit den großen Datenmengen, welche durch das Internet der Dinge (IoT) entstehen, und erstmalig vorhanden sind, zu erlernen um einen klaren Nutzen in der Anwendung zu erzielen. Hierbei bilden die Daten ein zentrales Controlling-Element. Den Keynote-Vortrag zum Thema „Engineering Transformation“ hielt Herr Dr. Müller, Teamleiter Engineering Transformation und Senior Produktmanager PLM bei Contact Software. Nach einer kurzen Vorstellung des Unternehmens Contact Software, welches mit seinen ca. 300 Mitarbeitern maßgeblich auf dem Bereich Software für PLM und IoT Anwendungen tätig ist, greift Herr Dr. Müller die softwareseitigen Herausforderungen der Digitalisierung auf. Dabei sind Ansätze von modular aufgebauter Software für unternehmensindividuelle Lösungen eine gute Möglichkeit einen Twin-in-the-Loop Ansatz, also eine Absicherung des Produktes rein am Digitalen Zwilling, zu realisieren. Die sehr frühe Absicherung, welche durch diesen Digitalen Zwilling ermöglicht wird, biete durch die sehr frühen Erkenntnisse im Produktentwicklungsprozess einen großen Vorteil für die Entwicklung neuer Produkte für das digitale Zeitalter. Abgerundet durch die Contact University, welche Forschungskooperationen zu hochaktuellen Themen mit Universitätsinstituten darstellt, und die Contact Academy, welche die Schulung der Anwender im Fokus hat, ermöglicht eine gute Basis für die Bewältigung der Herausforderungen der Digitalen Transformation in der Produktentwicklung.

Werksführung und Präsentation

Nicht nur spannende Keynote-Vorträge zu hochaktuellen Themen, sondern auch die Möglichkeit einen tieferen Einblick in den Entwicklungs- und Produktionsstandort von Medizingerätetechnik in Hamburg zu erlangen, ermöglichte Olympus. Dazu wurden die Teilnehmer der Tagung durch die Produktion und Entwicklung geführt. Darüber hinaus wurden die Produkte vorgeführt und konnten an Demonstratoren selbst ausprobiert werden. Neue Produkte, wie beispielsweise hochauflösende digitale starre Endoskope mit dreidimensionaler Bildwiedergabe und der Möglichkeit bequem die Blickrichtung zu ändern ohne das Gerät selbst neu zu positionieren, lassen die neuen Möglichkeiten für die Chirurgie erahnen.

Workshops

Die durchgeführten Workshops trugen maßgebend zum Austausch der Teilnehmer des Industriedialogs bei. Dabei thematisierten die Teilnehmer des Workshops „Agilität“ die Herausforderungen im Umgang mit agilen Ansätzen für die Entwicklung mechatronischer Systeme. Es wurde klar, dass grundsätzlich der Mindset und das Rollenverständnis der Mitarbeiter eine zentrale Herausforderung darstellt. Darüber hinaus bilden die Kompetenzen der Mitarbeiter sowie eine optimal in den Prozess eingebundene Software zur Unterstützung eine maßgebende Rolle. Der Rahmen und die eigentliche Organisation agilen Methoden stellen dazu neben der passenden Wahl der Inkremente zusätzliche Herausforderungen dar. Im Workshop „IoT, Smart Engineering & Kollaboration“ wurden wertvolle Möglichkeiten und Herausforderungen im Umgang mit IoT, Smart Engineering und einem Digitalen Zwilling diskutiert. Dabei ist klar, dass der zunehmende Anteil an Software die Vorgehensweise der Produktentwicklung ändern wird. Die Digitalisierung birgt in großem Maße ethische und moralische Verantwortung und bietet gleichzeitig große Vorteile. Der Workshop zum Thema modellfreies Modellieren trug dazu bei die Ausgestaltung einer SPP-Antragsidee bei der DFG unter den Teilnehmern weiter auszugestalten und zu konkretisieren. Es wurden dabei neue, wertvolle Detaillierungen und Abgrenzungen vorgenommen. Die Digitalisierung wird begünstigt und geht einher mit Globalisierung. Dies bedeutet, dass im Zuge der Digitalisierung vermehrt die Zusammenarbeit internationaler Teams gefragt ist. Ein weiterer Workshop beschäftigte sich demnach mit internationalen Teams in der Produktentwicklung und dessen Auswirkungen in der Praxis.

Mitgliederversammlung

Auch in diesem Jahr ging dem Industriedialog die Mitgliederversammlung voraus. Sowohl ordentliche, als auch emeritierte Mitglieder der WiGeP nahmen daran teil. Thematisiert wurden unter anderem die erstmalig im Herbst 2018 durchgeführten Arbeitsgruppen zu den Themen Zitationskultur, Promotion und Berufungspraxis. Neue SPP-Antragsskizzen wurden diskutiert und unter den Beteiligten abgeglichen.