WiGeP-Herbsttagung 2019 in Bremen

Zur diesjährigen Herbsttagung lud Herr Prof. Thoben der Universität Bremen

Die Mitglieder der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktentwicklung e.V. (WiGeP) folgten diesen September der Einladung des Gastgebers Herrn Prof. Thoben der Universität Bremen. Die traditionell eher nach innen gerichtete Herbsttagung der WiGeP fand vom 25.09.2019 bis 27.09.2019 statt. Neben den aktiven und emeritierten Mitgliedern nahmen auch deren Begleitpersonen teil, welchen ein attraktives Begleitprogramm in Bremen geboten wurde. Der angenehme Aufenthalt fördert den freundschaftlichen Charakter der WiGeP. Einen herzlichen Dank an das Organisationsteam!

Begrüßung

Die Mitgliederversammlung fand in der Handwerkskammer Bremen statt. Hierzu begrüßte Frau Roßmüller, Mitglied des Vorstandes der Handwerkskammer Bre-men, die teilnehmenden Mitglieder. Die Handwerkskammer in Bremen ist eine der kleinsten in Deutschland, dennoch sind ca. 5000 Betriebe in Bremen tätig. Auch für das Handwerk sei Technologie- und Produktentwicklung von großer Bedeutung.

Mitgliederversammlung

Die 17. ordentliche Versammlung der WiGeP widmete sich in Bremen Themenstellungen entsprechend des Vereinsziels: der Förderung von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Produktentwicklung sowie der Förderung der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft. Während der ganztägigen Versammlung standen dazu Abstimmungen zu Schwerpunktprogrammen der DFG sowie die Durchführung von Workshops zu den WiGeP-Arbeitsgruppen Zitationskultur, Berufungspraxis, Forschungsdateninfrastruktur und Digital Twin im Vordergrund. Darüber hinaus fand die Wahl des Vorstandsvorsitzenden sowie des Geschäftsführers statt. Es wurden erneut Herr Prof. Stahl als Vorstandsvorsitzender und Herr Prof. Bertsche als Geschäftsführer einstimmig gewählt.

Arbeitsgruppen

Auch in diesem Jahr wurden Workshops zu den Arbeitsgruppen durchgeführt. Neben den Arbeitsgruppen „Zitationskultur” und „Berufungspraxis” wurde dieses Jahr auch zu den neu eingerichteten Arbeitsgruppen „Forschungsdateninfrastruktur NFDI4Ing” sowie „Digital Twin” Workshops durchgeführt.
In der Arbeitsgruppe Zitationskultur wurde dabei maßgeblich der richtige Umgang mit den üblichen Zitationsmetriken quantitativer Form diskutiert. Dabei ist eine klare Linie und gemeinsamer Konsens innerhalb der Gesellschaft wichtig.
Bei Berufungsverfahren ist die qualitative Bewertung von besonders großer Bedeu-tung. Die Auswahl des Besten in einem Berufungsverfahren darf sich nicht maß-geblich auf rein quantitative Merkmale stützen. Die Berufungskommission ist verfassungsrechtlich geschützt. Nur sie darf eine qualitative Entscheidung treffen.
In der Arbeitsgruppe Digital Twin fanden weitere Abstimmungen unter den Mitgliedern bezüglich einer gemeinsamen Position zu Verständnis, Orientierung und neuen Funktionen des digitalen Zwillings statt.
Die installierte Arbeitsgruppe Forschungsdateninfrastruktur beschäftigte sich mit den Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken, welche mit einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur NFDI4Ing einhergehen.

Gastbeiträge

Auch zur diesjährigen Herbsttagung in Bremen hat Herr Dr. Biedermann wieder freundlicherweise zu aktuellen Themen aus der DFG berichtet. Dabei wurde die dieses Jahr frisch gewählten Exzellenzuniversitäten sowie die Fachkollegienwahl thematisiert. Ab Anfang 2020 sei es wichtig in den Anträgen die Relevanz von Geschlecht und Vielfältigkeit herauszustellen.
Neben Herrn Dr. Biedermann war Herr Lehnert mit seinem Beitrag zu Aktuellem aus dem Springer Verlag zu Herbsttagung anwesend. Insbesondere ging er dabei auf Zitationsmetriken, sowie Open-Access-Möglichkeiten ein.

Besichtigung BIBA und OHB

Herr Prof. Thoben bot während der Besichtigung des BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik – zu welchem er zusammen mit Herrn Prof. Freitag die wissenschaftliche Leitung und die Geschäftsführung innehat, einen sehr interessanten Einblick in die vielfältigen Forschungsbereiche des Instituts. Zudem bot die Besichtigung der OHB SE in Bremen lehrreiche Einblicke in die Tätigkeiten in der Raum- und Luftfahrt des Unternehmens. So ist die OHB beispielsweise für die Entwicklung und Fertigung der Satelliten für die europäische Version des globalen Navigationssatellitensystems Galileo verantwortlich

 

 

 

 

 

 

Dr.-Ing. Konrad Exner erhält den Pahl-Beitz-Preis 2019

In zweijährigen Rhythmus vergibt die WiGeP den Pahl-Beitz-Preis für Promotionen mit herausragender ingenieurtechnischer Relevanz sowie hohem Innovationsgehalt. Vergeben wird der Preis im Andenken und im Sinne des 1998 verstorbenen Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Wolfgang Beitz und dem 2015 verstorbenen Prof. Dr. h.c. mult. Dr.-Ing. E.h. Dr.-Ing. Gerhard Pahl, die auf der Basis einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Industrie bahnbrechende Arbeiten in der methodi-schen Produktentwicklung, in der Maschinenelemente-Forschung sowie in der Entwicklung rechnerunterstützter Konstruktionsmethoden geleistet haben.
Alle eingereichten Disstertationen zeichneten sich durch hohe Innovation sowie große ingenieurtechnische Relevanz aus. Das Preiskomitee war sich jedoch einig, dass sich die Arbeit von Herrn Dr. Konrad Exner besonders abhebt. Die Promotion mit dem Titel „Prototyping von Produkt-Service Systemen und Smart Services in der Konzeptphase des Entwicklungsprozesses“ von Herrn Dr. Exner besticht durch die Bearbeitung des zukunftsrelevanten Themenbereichs der optimalen Ausgestaltung von Produkt-Service-Systemen und Smart Services in umfassender Weise durch Methodenentwicklung, Evaluationsgestaltung und Szenarienerarbeitung. Dabei steht die industrielle Anwendung immer im Vordergrund, was eine sehr gute Umsetzung des Erarbeiteten garantiert.

 

 

 

 

WiGeP-Industriedialog 2019 in Hamburg 

Das Frühjahrestreffen der Mitglieder vom 28. bis 29. März 2019 zum Thema „Digitale Transformation in der Produktentwicklung“

In diesem Jahr fand der WiGeP-Industriedialog bei der Firma Olympus Surgical Technologies Europe in Hamburg statt. Neben dem Gastgeber Olympus trug die Firma Contact Software durch Ihr Sponsoring und spannenden Vorträge zum Gelingen der Tagung maßgebend bei. Nicht nur Teilnehmer aus dem universitären Umfeld, sondern auch Teilnehmer aus der Industrie folgten der Einladung von Olympus und Contact Software. Mit Workshops und Keynote-Vorträgen zu hochaktuellen Themen sowie einem einzigartigen Einblick in die Produktpalette und Produktion der minimalinvasiven chirurgischen Instrumente inklusive Hands-On belebte die Tagung de freundschaftlichen, kooperativen Charakter der WiGeP.

Keynotes

Herr Dr. Kraas, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Olympus Surgical Technologies hielt seinen Keynote-Vortrag zum Thema „Innovationsprozesse in der Medizintechnik. Gehobene Standards der Produktentwicklung“. Olympus befindet sich mit seinen Produkten der Medizintechnik, wissenschaftlichen Lösungen und Konsumgütern in einem weiten Spannungsfeld der klassischen Disziplinen des Maschinenbaus, der Elektrotechnik, der Optik und der Produktentwicklung. Hierbei bewege man sich jedoch immer „an der Grenze des Machbaren“, da die Herausforderungen, speziell in der Medizintechnik und dessen engen Spezifikationsfeldern und kleinen Dimensionen ganz besondere Lösungen fordern. Das stetige Wachstum von Olympus zeugt jedoch sowohl von der zunehmenden Bedeutung der Medizintechnik im 21. Jahrhundert als auch vom Erfolg des Unternehmens selbst. Die wesentlichen Treiber des 21. Jahrhunderts seien dabei das 5G-Netzwerk, Autonome Mobilität, Remote Services und E-Health. Robotik spielt dabei in der Medizintechnik bisher jedoch hauptsächlich aufgrund des Marktdrucks und weniger wegen des medizinischen Nutzens eine Rolle. Stetiger Begleiter neuer Produkte und Inventionen bilden strenge Regularien, welche großen Aufwand in deren Verifikation und Dokumentation nach sich ziehen. All diesen Herausforderungen begegnet Olympus mit aktuellsten Methoden der Produktentwicklung und PLM. Zudem kooperiert Olympus mit vielen Universitäts- und Fraunhofer Instituten. Aktuelles Forschungsthema stellt beispielsweise die Frage dar, ob aus den Daten der Geräte ein Digitaler Zwilling erstellt werden kann. Mit dem Titel „Digitales Daten- und Prozessmanagement in der Produktentwicklung“ hielt Herr Dick, Section Manager PLM bei Olympus Surgical Technologies, einen weiteren Keynote-Vortrag. Die besondere Herausforderung liege im PLM darin, dass die Entwicklungen der aktuellen PLM-Systeme entsprechend den neuen Technologien der Digitalisierung zu langsam seien. Darüber hinaus ist der Umgang mit den großen Datenmengen, welche durch das Internet der Dinge (IoT) entstehen, und erstmalig vorhanden sind, zu erlernen um einen klaren Nutzen in der Anwendung zu erzielen. Hierbei bilden die Daten ein zentrales Controlling-Element. Den Keynote-Vortrag zum Thema „Engineering Transformation“ hielt Herr Dr. Müller, Teamleiter Engineering Transformation und Senior Produktmanager PLM bei Contact Software. Nach einer kurzen Vorstellung des Unternehmens Contact Software, welches mit seinen ca. 300 Mitarbeitern maßgeblich auf dem Bereich Software für PLM und IoT Anwendungen tätig ist, greift Herr Dr. Müller die softwareseitigen Herausforderungen der Digitalisierung auf. Dabei sind Ansätze von modular aufgebauter Software für unternehmensindividuelle Lösungen eine gute Möglichkeit einen Twin-in-the-Loop Ansatz, also eine Absicherung des Produktes rein am Digitalen Zwilling, zu realisieren. Die sehr frühe Absicherung, welche durch diesen Digitalen Zwilling ermöglicht wird, biete durch die sehr frühen Erkenntnisse im Produktentwicklungsprozess einen großen Vorteil für die Entwicklung neuer Produkte für das digitale Zeitalter. Abgerundet durch die Contact University, welche Forschungskooperationen zu hochaktuellen Themen mit Universitätsinstituten darstellt, und die Contact Academy, welche die Schulung der Anwender im Fokus hat, ermöglicht eine gute Basis für die Bewältigung der Herausforderungen der Digitalen Transformation in der Produktentwicklung.

Werksführung und Präsentation

Nicht nur spannende Keynote-Vorträge zu hochaktuellen Themen, sondern auch die Möglichkeit einen tieferen Einblick in den Entwicklungs- und Produktionsstandort von Medizingerätetechnik in Hamburg zu erlangen, ermöglichte Olympus. Dazu wurden die Teilnehmer der Tagung durch die Produktion und Entwicklung geführt. Darüber hinaus wurden die Produkte vorgeführt und konnten an Demonstratoren selbst ausprobiert werden. Neue Produkte, wie beispielsweise hochauflösende digitale starre Endoskope mit dreidimensionaler Bildwiedergabe und der Möglichkeit bequem die Blickrichtung zu ändern ohne das Gerät selbst neu zu positionieren, lassen die neuen Möglichkeiten für die Chirurgie erahnen.

Workshops

Die durchgeführten Workshops trugen maßgebend zum Austausch der Teilnehmer des Industriedialogs bei. Dabei thematisierten die Teilnehmer des Workshops „Agilität“ die Herausforderungen im Umgang mit agilen Ansätzen für die Entwicklung mechatronischer Systeme. Es wurde klar, dass grundsätzlich der Mindset und das Rollenverständnis der Mitarbeiter eine zentrale Herausforderung darstellt. Darüber hinaus bilden die Kompetenzen der Mitarbeiter sowie eine optimal in den Prozess eingebundene Software zur Unterstützung eine maßgebende Rolle. Der Rahmen und die eigentliche Organisation agilen Methoden stellen dazu neben der passenden Wahl der Inkremente zusätzliche Herausforderungen dar. Im Workshop „IoT, Smart Engineering & Kollaboration“ wurden wertvolle Möglichkeiten und Herausforderungen im Umgang mit IoT, Smart Engineering und einem Digitalen Zwilling diskutiert. Dabei ist klar, dass der zunehmende Anteil an Software die Vorgehensweise der Produktentwicklung ändern wird. Die Digitalisierung birgt in großem Maße ethische und moralische Verantwortung und bietet gleichzeitig große Vorteile. Der Workshop zum Thema modellfreies Modellieren trug dazu bei die Ausgestaltung einer SPP-Antragsidee bei der DFG unter den Teilnehmern weiter auszugestalten und zu konkretisieren. Es wurden dabei neue, wertvolle Detaillierungen und Abgrenzungen vorgenommen. Die Digitalisierung wird begünstigt und geht einher mit Globalisierung. Dies bedeutet, dass im Zuge der Digitalisierung vermehrt die Zusammenarbeit internationaler Teams gefragt ist. Ein weiterer Workshop beschäftigte sich demnach mit internationalen Teams in der Produktentwicklung und dessen Auswirkungen in der Praxis.

Mitgliederversammlung

Auch in diesem Jahr ging dem Industriedialog die Mitgliederversammlung voraus. Sowohl ordentliche, als auch emeritierte Mitglieder der WiGeP nahmen daran teil. Thematisiert wurden unter anderem die erstmalig im Herbst 2018 durchgeführten Arbeitsgruppen zu den Themen Zitationskultur, Promotion und Berufungspraxis. Neue SPP-Antragsskizzen wurden diskutiert und unter den Beteiligten abgeglichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

WiGeP-QLW 2019 zu Gast in Singapur

Austausch zu Lehre, Forschung und Innovation in Südostasien

Die Querschnittsgruppe Lehre und Weiterbildung (QLW) folgte mit 13 Professoren der Einladung von Frau Prof. Blessing und traf sich vom 26.-28.02.2019 in Singapur. Der Aufenthalt bot die Möglichkeit zum Austausch in den Bereichen Lehre, Forschung und Innovation.

Besuch der Singapore University of Technology and Design (SUTD)

Der Präsident der SUTD Prof. Chong Tow Chong begrüßte die Teilnehmer der QLW und stellte die Universität vor. Die SUTD ist eine vergleichsweise junge Universität, welche 2009 gegründet wurde. An der Universität sollen Innovatoren ausgebildet werden, die gesellschaftlichen Bedürfnisse mit dem Schwerpunkt Design begegnen können. Interdisziplinarität wird hierzu als Schlüssel gesehen. Eine Spezialisierung in die vier Ausrichtungen – architecture and sustainable design, engineering product development, engineering systems and design, information systems technology and design – findet daher erst nach dem ersten Studienjahr statt. Ca. 30% der Studierenden entscheiden sich nach dem ersten Jahr für eine andere Vertiefung als zu Studienbeginn angegeben. Das Bachelorstudium endet mit dem Capstone Programme, bei dem die Studierenden in interdisziplinären Teams Entwicklungsaufgaben von Unternehmen bearbeiten. Das überaus intensive Betreuungsverhältnis mit einem Verhältnis von 11:1 von Lehrenden zu Studierenden unterstützt die interdisziplinäre Lehre erfolgreich. Die enge Zusammenarbeit in Forschung und Lehre mit dem MIT ergänzt das Portfolio in großem Maße. Neben der Möglichkeit eines Doppel-Master-Programms sind auch Kollaborationen mit dem MIT für Post-Docs möglich. Um Kooperationsmöglichkeiten mit Forschern der SUTD zu identifizieren wurde während des Besuchs eine Art Speed-Dating veranstaltet. Hierbei wurde sich über gemeinsame Themen wie Machine Learning in Design und PLM, Digital Manufacturing, Logistik und Soft Robots ausgetauscht. Eine Führung über den Campus brachte Einblicke in das Lehrgeschehen der Universität mit ca. 3.000 Studierenden.

Nanyang Technological University (NTU)

Die NTU gilt als eine der Top-Universitäten in Asien und zählt zu den besten jungen Eliteuniversitäten weltweit. Hier werden ca. 30.000 Studierende ausgebildet, wie der Associate Vice President Prof. Tim White vorstellte. Die Universität ist in acht Fakultäten gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf den Ingenieur- und Naturwissenschaften liegt. Die NTU wird von vielen europäischen Unternehmen als Forschungseinrichtung genutzt um Technologien wie autonomes Fahren, Energie- und Gebäudetechniken an die Tropen und das tropische Klima anzupassen. Die hervorragende Ausstattung dieser Universität zeigt sich unter anderem in dem Singapore Centre for 3D Printing, an dem die unterschiedlichsten 3D-Druck Verfahren erforscht und weiterentwickelt werden. Nach eigenen Aussagen entstehen hier weltweit die meisten Publikationen zum Thema Additive Fertigung.

Unternehmensbesichtigungen

Bei dem Besuch des Ingenieurbüros HOPE Technik bekamen die Teilnehmer eine Übersicht auf dessen innovativen Produkte. Von den Entwicklern werden für unterschiedliche Anwendungen individuelle Lösungen entwickelt und am gleichen Standort gefertigt. Das Spektrum der Entwicklungen reicht über spezielle Anwendungen für die örtliche Feuerwehr, unbemannte Drohnen und Fahrzeuge, Exoskelete und automatisierte Regalbediengeräte bis hin zu Robotern zur automatischen Inspektion großer Infrastrukturen. Weiterhin wurde ST Engineering Aerospace besichtigt – ein Spezialist für die Wartung, Reparatur und Modifikation von Flugzeugen und deren Turbinen. ST Engineering ist das weltweit größte Unternehmen für Wartung und Reparatur von Flugzeugzellen und eines der wenigen mit eigenen Konstruktions- und Entwicklungskapazitäten. Neben der Wartung und Reparatur von Flugzeugen für die zivile Anwendung werden auch militärische Anwendungen inklusive der gegebenenfalls notwendigen Entwicklungen zur Modifikation bedient. Bei einem Besuch der Deutschen Botschaft stellte Herr Zuchan, Leiter des Wissenschaftsreferats der deutschen Botschaft in Singapur, den Teilnehmern die Aufgaben der Botschaft vor und berichtete von den wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Singapur und Deutschland. Zudem stellte er Möglichkeiten dar, wie Forschungskooperationen zwischen Singapur und Deutschland gefördert werden können.

Vernetzung und Sightseeing

Durch die hervorragende Organisation von Frau Prof. Blessing und ihrem Mitarbeiter Herr Achenbach war die Reise nach Singapur sehr lehrreich und gleichzeitig angenehm. Ein herzliches Dankeschön von allen Teilnehmern. Der Besuch schaffte einen intensiven Austausch zwischen Singapur und Deutschland sowie die Grundlage für Kooperationen mit Universitäten und Unternehmen.

 

  

 

 

 

 

WiGeP-Herbsttreffen 2018 in Dresden 

Zur diesjährigen Herbsttagung luden die WiGeP-Mitglieder der Technischen Universität Dresden

Gastgeber der traditionell eher nach innen gerichteten Herbsttagung der WiGeP vom 26.09.2018 bis 28.09.2018 waren Prof. Schlecht und Prof. Stelzer der TU Dresden. Der angenehme Aufenthalt der aktiven und emeritierten Mitglieder sowie der Begleitpersonen in Dresden förderte den freundschaftlichen Charakter der WiGeP. Ein herzliches Dankeschön an das Organisationsteam!

Begrüßung durch den Rektor der TU Dresden

Der Rektor der TU Dresden Prof. Müller-Steinhagen begrüßte die Mitglieder der WiGeP zur Mitgliederversammlung. Er betonte die wichtige Zusammenarbeit von Universitäten und Industrie, welche die WiGeP mit Ihren Experten als Mitglieder maßgebend fördere und damit einen wichtigen Beitrag zur Schlüsselindustrie, der Produktentwicklung im Maschinenbau, für Deutschland leiste. Auch die TU Dresden sei mit der höchsten Dichte an außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland großer Treiber dieser Zusammenarbeit. Aufbauend auf einer fast 200 jährigen Geschichte sei die TU Dresden zudem bestens gerüstet, den Forschungsstandort Dresden auch in Zukunft weiter auszubauen.

Mitgliederversammlung

Die Mitglieder der WiGeP widmeten sich in der ganztätigen Mitgliederversammlung aktuellen Fragestellungen entsprechend des Vereinsziels, also der Förderung von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Produktentwicklung sowie der Förderung der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft. Zentrale Themen stellten dabei Schwerpunktprogramme der DFG sowie die Vernetzung mit weiteren Gesellschaften dar. Vier neue Ideen an Schwerpunktprogrammen zur gemeinsamen Bearbeitung der Mitglieder wurden weiter abgestimmt und koordiniert sowie eine entsprechende Roadmap entworfen. Neben der Vernetzung der Mitglieder mit anderen Gesellschaften, kann auch eine Vernetzung zwischen Industrie und Assistenten sowie Mitgliedern über die eingerichtete WiGeP-Gruppe auf Xing.com erfolgen. Die Querschnittsgruppe Lehre und Weiterbildung konnte in ihrem Treffen vom Februar 2018 die Aktualisierung des Leitfadens Lehre abschließen, welcher nach erneuter Abstimmung auf der Mitgliederversammlung den zentralen Leitfaden für die Lehre auf dem Gebiet der Produktentwicklung der WiGeP darstellt. Dieser ist auch hier auf der Homepage im Downloadbereich einsehbar.

Arbeitsgruppen

Als neues Element in diesem Jahr wurden während der Mitgliederversammlung die im Frühjahr dieses Jahres definierten Arbeitsgruppen in ersten Workshops umgesetzt. Die Arbeitsgruppen bilden dabei, zusammen mit den Fachgruppen Maschinenelemente und –systeme, Methoden und Prozesse in der Produktentwicklung sowie Virtuelle Produktentwicklung und der Querschnittsgruppe Lehre und Weiterbildung, eine neue Struktur der WiGeP. Sie dienen dazu, aktuelle Fragestellungen der Themen Berufungspraxis, Promotion, Zitationskultur, DFG-Gutachten sowie Antragsstellung zu behandeln. Erste Ergebnisse der Arbeitsgruppen bilden eine gute Basis zur weiteren  gemeinschaftlichen Adressierung der Themen. Dabei wurde klar, dass für eine gute Berufungspraxis in den Ingenieurwissenschaften ein klarer Grundsatz für den Umgang mit Zitationsindices gefunden werden muss. Ebenso bedarf es einer gesunden Zitationskultur um den aktuell populären, rein quantitativen Indices zu begegnen, sodass der Aspekt der Qualität einer Veröffentlichung dennoch Berücksichtigung finden kann. Des Weiteren wurden in der Arbeitsgruppe Promotion die verschiedenen Arten einer Ingenieurpromotion diskutiert. Hierbei ist eine gemeinsame Definition von Randbedingungen und Zielen einer Ingenieurpromotion hilfreich. 

Gastbeiträge

Wie auch bereits in vergangenen Jahren berichtete Herr Dr. Biedermann der DFG zu Aktuellem aus dem Fördergeschehen bei der DFG. Hierbei wurde die Exzellenzstrategie mit 57 geförderten Clustern an 34 Universitäten vorgestellt, wovon 17 Universitäten und 2 Verbünde für einen Exzellenzuniversitätswettbewerb antragsberechtigt sind. Des Weiteren berichtete Herr Dr. Biedermann zu Änderungen der Antragsformate von Forschungsgruppen, Sonderforschungsbereichen und wissenschaftlichen Netzwerken. Ein Bericht zu Förderquoten und Begutachtungsdauern rundeten den Vortrag ab. Als weiterer Gast steuerte Herr Lehnert des Springer Verlages einen Beitrag zu aktuellen Änderungen bei Springer Nature bei. Er betonte dabei die zunehmend wachsenden Zugriffzahlen der Online-Ausgaben der Publikationen. Die Sprache der Publikationen sei dabei keine Hürde, denn auch rein deutschsprachige Werke erfahren international große Zugriffszahlen. Zudem sei Springer bestens gerüstet für die Publikation von Open Access Journals.

Engere Zusammenarbeit zwischen WiGeP und WGP

Der Präsident der WGP, Herr Prof. Denkena, stellte als Gast auf der diesjährigen Herbsttagung aktuelle Themen und Fragestellungen der WGP vor. Hierbei zeigten sich deutliche Gemeinsamkeiten der beiden Gesellschaften. Nicht nur die aktuelle Situation der Berufungspraxis und Promotion, sondern auch eine Zitationskultur in Verbindung mit gängigen Zitationsindices zeigten mögliche Synergien für eine engere Zusammenarbeit auf. Die bereits existierende Kooperationsvereinbarung bietet dabei eine mögliche Basis. Weiter wurden mögliche gemeinsame Forschungsarbeiten diskutiert, welche unter anderem die Energieeffizienz der Produkte und deren Produktion thematisieren. In Verbindung mit aktuellen Themen der Digitalisierung bieten sich dabei neue Möglichkeiten, die Gestaltung und Fertigung von Produkten optimal aufeinander abzustimmen.

Vorstandswechsel

Zum 01.01.2018 haben die neuen Vorstände die Leitung der Fachgruppen QLW, MPE und VPE übernommen. Ohne das Wirken und dem besonderen Engagement der Vorgänger Herr Prof. Abramovici, Herr Prof. Albers und Herr Prof. Binz wäre die Entwicklung der WiGeP zu einer so wirkungsstarken und erfolgreichen  Gesellschaft mit freundschaftlichem Charakter nicht möglich gewesen. Bereits die Zusammenführung der WGMK und des Berliner Kreises im Jahre 2011 begleitend, stellten sie die Weichen für eine gute Zusammenarbeit der Gemeinschaft, sodass eine Förderung von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Produktentwicklung sowie die Kommunikation zwischen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft ermöglicht wird. Hierzu dankten Ihnen die aktuellen Vorstände und die gesamte WiGeP während der Abendveranstaltung der Tagung in Dresden.