Die Nachrufe

 

 

 

Prof. Dr. Ir. Fred J.A.M. van Houten

Die WiGeP trauert um sein langjährig aktives Mitglied Fred van Houten, der am 18.10.2020 im Alter von 69 Jahren nach einer kurzen schweren Krankheit verstorben ist. Die Beisetzung fand am vergangenen Samstag in Enschede statt.

Fred wurde am 14.08.1951 geboren. Nach der Schulausbildung studierte er an der Universität Eindhoven. Der Universität Twente blieb er danach über 38 Jahre bis zu seiner Emeritierung 2017 treu.

In seiner Promotion erarbeitete er ein Konzept für eine feature-basierte Geometrieidentifikation mit assoziierter NC Prozessplanung. Er ist damit einer der Pioniere des „Computer Aided Process Planning“. Seine Ergebnisse wurden in dem System Part umgesetzt und sind noch heute sehr erfolgreich im Einsatz. Dem Thema der Integration von Produkt-, Prozess- und Ressourcen-Informationen blieb er in seiner weiteren wissenschaftlichen Kariere eng verbunden. Er erkannte schon früh das Potenzial neuer Technologien und hat die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und der nachgelagerten Fertigung nachhaltig beeinflusst. Dabei verband er eindrucksvoll wissenschaftliche Exzellenz mit Umsetzungskompetenz und Anwendungsnähe. Aus der industriellen Zusammenarbeit sind sehr zukunftsweisende Forschungsergebnisse entstanden.

1999 wurde Fred Assoziierter Professor an der Universität Twente und folgte 1999 Huber Kals in der Leitung des Instituts für Design Engineering. Dort gründete er den Studiengang „Industrial Design Engineering“ mit einem sehr modernen Ausbildungskonzept, bei dem die Studierenden in den ersten vier Semestern in kleinen Gruppen ein Produkt von der ersten vagen Idee bis zum nutzbaren Prototyp entwickeln und bauen müssen. Fred gründete auch das „Fraunhofer Project Center für Advanced Manufacturing“ an der Universität Twente mit dem Ziel, diese neuen Verfahren in die industrielle Praxis zu bringen.

Neben seiner aktiven Mitarbeit in der WiGeP, und dort in der Fachgruppe Virtuelles Engineering, war Fred auch sehr stark bei der CIRP, der internationalen Akademie der Produktionswissenschaften, engagiert. Als Mitglied der CIRP leitete er mehrere Jahre das „Scientific Technical Committee Design“. Fred engagierte sich in der strategischen Leitung der CIRP und war von 2010-2011 der Präsident der Organisation.

In seiner ruhigen Art war Fred ein sehr angenehmer, vertrauenswürdiger und kollegialer Partner mit dem die Zusammenarbeit immer viel Freude bereitet hat. Es war ihm immer wichtig, Themen ganzheitlich aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, um daraus die richtigen Lösungen abzuleiten. Zu seinen privaten Interessen zählten neben der Musik auch die kulinarischen Genüsse. Er war ein exzellenter Hobbykoch.

Wir werden Fred in unserem Kreis sehr vermissen, dürfen aber auch weiterhin an den Ergebnissen seiner zukunftsweisenden Arbeiten teilhaben und profitieren.

Unsere aufrichtige Teilnahme gilt seiner Familie und seinem engsten Freundeskreis.

 

 

 

 

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Predki

Die WiGeP trauert um sein langjähriges Mitglied Prof. Wolfgang Predki, der am 28.08.2017 nach kurzer, sehr schwerer Krankheit verstorben ist.

Auf Wunsch von Wolfgang Predki fand die Beisetzung bereits am letzten Freitag im engsten Familien- und Freundeskreis statt.

Wolfgang Predki war bereits Mitglied des Vorgängervereins WGMK und hat den Gemeinschaftsgedanken stetig gefördert.

Wolfgang Predki wurde am 02.12.1946 in Dortmund geboren und wuchs dort auf. Von 1966 bis 1974 studierte er zuerst an der Staatlichen Ingenieurschule in Dortmund Konstruktionstechnik und danach an der Ruhr-Universität Bochum Maschinenbau. Seit 1970 war er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Nach dem Studium forschte Wolfgang Predki auf dem Gebiet der Schneckengetriebe und veröffentlichte 1982 seine Ergebnisse in seiner auch international sehr beachteten Dissertation „Hertzsche Drücke, Schmierspalthöhen und Wirkungsgrade von Schneckengetrieben“.

Nach der Promotion wechselte Wolfgang Predki in die Industrie zu Flender nach Bocholt, wo er seine Forschungen und Entwicklungen von Getrieben und insbesondere von Schneckengetrieben fortsetzte und in der Praxis in vielen Anwendungen umsetzte. Unter seiner Leitung entstanden neue Getriebebaureihen. Er machte sich auch um die nationale und internationale Normung zu Schneckengetrieben verdient.

1992 kehrte Wolfgang Predki zurück an die Ruhr-Universität Bochum und übernahm den Lehrstuhl für Maschinenelemente, Getriebe und Kraftfahrzeuge von seinem Lehrer Prof. Jarchow. 20 Jahre leitete er diesen Lehrstuhl, regte viele Forschungsprojekte an und führte zahlreiche junge Wissenschaftler zur Promotion und ermöglichte ihnen dadurch gute Starts zu erfolgreichen Karrieren.

Seine wissenschaftlichen Leistungen gehören heute zum Stand der Technik und bieten viele Anregungen für weitere Arbeiten.

2012 ging Prof. Predki in den Ruhestand, betreute aber noch einige Promotionen bis zu deren erfolgreichem Ende. Für seinen Ruhestand hatte Wolfgang Predki so viele Pläne weit weg von Getrieben. Leider konnte er diese Zeit nur viel zu kurz genießen.

Wir werden Wolfgang Predki als Mensch und Forscher sehr vermissen und uns gerne an viele gute Gespräche mit ihm erinnern.

Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie.

 

 

Prof. Dr.-Ing. Herbert W. Müller

Die WiGeP trauert um sein langjähriges Mitglied Prof. Herbert W. Müller, der am 21.04.2017 verstorben ist.

Prof. Dr.-Ing. Robert Grekoussis

Unser Kollege Prof. Dr.-Ing. Robert Grekoussis ist am 05.10.2015 im Alter von 74 Jahren überraschend schnell an Leberkrebs in Athen gestorben und am 07.10.2015 dort beerdigt worden.

Diese Nachricht hat Kollege Ehrlenspiel übermittelt. Professor Grekoussis war ein Kollege aus der Zeit von Prof. Niemann in München und hat dort auch promoviert. Ein ehemaliger Kollege, Prof. Dr.-Ing. Klaus Michels (Bundeswehrhochschule München), war bei der Beerdigung zugegen.

Kollege Grekoussis war lange Zeit Professor für Maschinenelemente an der Universität Thessaloniki und dann in Athen. Bis kurz vor seinem Tod war er noch Seniorberater bei einer Firma in Athen.

Bemerkenswert ist, dass Prof. Grekoussis ein Gründungsmitglied der WGMK war. Er nahm an vielen Professorentreffen der WGMK bzw. der WiGeP interessiert teil und war uns sehr verbunden. Noch an der Herbsttagung 2014 nahm er aktiv teil.

Wir trauern um ihn und werden ihn in ehrenhafter Erinnerung behalten.

 

 

Prof. Dr. h.c. mult. Dr.-Ing. E.h. Dr.-Ing. Gerhard Pahl

Die WiGeP – Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktentwicklung – trauert um unser Mitglied, unseren verehrten Kollegen und Freund Professor Dr. h. c. mult. Dr.-Ing. E. h. Dr.-Ing. Gerhard Pahl, der am 18. Oktober 2015 im Alter von 90 Jahren verstorben ist.

Gerhard Pahl hat viele Spuren hinterlassen, die uns immer an ihn erinnern werden.

Als Konstrukteur und Konstruktionswissenschaftler war er über viele Jahrzehnte ein Impulsgeber, Vordenker und Gestalter unseres Forschungsgebietes. Seine Arbeiten haben – sowohl national als auch international – einen großen Einfluss auf den Fortschritt in den Konstruktionswissenschaften gehabt und auch die Lehre entscheidend mit geprägt.

Unsere Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktentwicklung – WiGeP – ist Gerhard Pahl aber ganz besonders zu Dank verpflichtet. Er ist einer der wesentlichen Akteure gewesen, der eine der beiden Vorgängerorganisationen der WiGeP – die Wissenschaftliche Gesellschaft für Maschinenelemente und Konstruktionstechnik – WGMK – von einem Freundeskreis weniger, an den Konstruktionswissenschaften interessierter Kollegen aus dem Jahr 1950, zu einer strukturierten wissenschaftlichen Gesellschaft mit einer großen vernetzenden Wirkung zwischen den Professoren aus der Konstruktion im deutschsprachigen Raum entwickelt hat. Gerade berufen, aber noch nicht im Amt, wurde er bereits im Jahre 1964 in den Kreis der Kollegen aufgenommen. 1974 hat er die Initiative ergriffen, dem größer werdenden Kreis eine Struktur zu geben und maßgeblich die Gründung der Wissenschaftlichen Gesellschaft WGMK als strukturierten Verein im Jahre 1975 betrieben. Unter anderem als Vizepräsident dieser Gesellschaft mit der Verantwortung für deren Entwicklung – und im Jahre 1982 als Präsident und Ausrichter der Herbsttagungen in Darmstadt – hat er sich immer wieder sehr aktiv eingebracht. Die Herbsttagungen der WGMK haben sich zu jährlichen Treffen von Freunden entwickelt – daran hatte Gerhard Pahl einen großen Anteil.

Mit seiner Weitsicht hat Gerhard Pahl auch mit Rat und Wohlwollen die dann, beginnend im Jahre 2009, initiierte Fusion der beiden wissenschaftlichen Gesellschaften WGMK und Berliner Kreis zur WiGeP unterstützt. Hier hat er mit seinem Rat wertvolle Hinweise für diesen doch komplexen Prozess gegeben. Die WiGeP hat sich in den wenigen Jahren ihres Bestehens bestens auch im Sinne von Gerhard Pahl entwickelt und auch die Tradition der Herbsttagung als Treffen von Freunden setzen wir in seinem Sinne ungebrochen fort. Bei den ersten Veranstaltungen der neuen Wissenschaftlichen Gesellschaft WiGeP hat Gerhard Pahl sich noch aktiv beteiligen können.

Mit Gerhard Pahl ist ein großer Konstruktionswissenschaftler von uns gegangen, der viele Spuren hinterlassen hat, die ihn unvergesslich für uns machen. Wir, die Kollegen aus der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktentwicklung WiGeP – werden ihm immer in Ehren und in Dankbarkeit gedenken.